Schlagwort-Archive: depressive Phasen

Depressionen oder depressive Phasen?

depressionenNicht immer verläuft im Leben alles reibungslos. Enttäuschungen gehören dementsprechend ebenso dazu wie Frust, Verletzungen und Ängste. Aber jeder Mensch geht in der Regel unterschiedlich mit so „einschneidenden Erlebnissen“ wie beispielsweise dem Verlust des Arbeitsplatzes oder einer Trennung um. Versagensängste, Leistungsdruck oder Kritik zählen darüber hinaus zu den am häufigsten verbreiteten Ursachen für depressive Verstimmungen. Auch Trauer, Krankheit, Niedergeschlagenheit  oder Ablehnung können hierfür verantwortlich sein. Grundsätzlich ist Fakt, dass jeder Mensch diesen oder ähnlichen Problemen ausgesetzt ist. Nicht alle leiden infolge dessen aber auch unter Depressionen. Daraus lässt sich ableiten, dass keineswegs die Probleme selbst es sind, die das Krankheitsbild der Depression auslösen oder fördern, sondern vielmehr die Art und Weise, wie im Einzelnen mit der Gesamtsituation umgegangen wird. So reagieren die einen zum Beispiel wütend oder ärgerlich auf bestimmte Erlebnisse oder Erfahrungen, andere hingegen bleiben gelassen und ruhig. Einige wiederum verzweifeln schlichtweg an der Situation und werden depressiv.

Besondere Vorsicht ist in jedem Fall geboten, wenn Betroffene über Enttäuschungen oder Verletzungen nur schwerlich bzw. gar nicht hinwegkommen, oder wenn sie sogar zu Beruhigungsmitteln oder Alkohol greifen. Auch die dadurch bedingte Unfähigkeit, den Alltag zu meistern und selbst unscheinbarste Dinge „in Eigenregie“ zu erledigen, ist zumeist ein untrügliches Warnsignal dafür, dass etwas nicht stimmt. Oft genug verspüren Betroffene auch einen gewissen Selbsthass, und setzen sich mitunter sogar intensiv mit Selbstmordgedanken auseinander. Wie auch immer sich die Depressionen jeweils auswirken: das Schlimmste, was in diesen Phasen geschehen kann, ist die Missachtung dieser Probleme bzw. die Verharmlosung des Ganzen. Betroffene haben aber zunächst sehr wohl die Möglichkeit, sich selbst zu helfen und mithilfe spezieller Vorgehensweisen ihrer Depression Herr zu werden. Auch die Einnahme pflanzlicher Präparate kann dabei durchaus helfen, dem „seelischen Tief“ zu entkommen schon bald wieder am „normalen“ Leben teilhaben zu können.

Um positive Resultate erzielen zu können, sind allerdings sehr viel Geduld und auch Durchhaltevermögen erforderlich. In erster Linie kann es beispielsweise schon helfen, sich selbst nur kleine (Tages-)Ziele zu setzen und sich bei Erfolg die eine oder andere kleine „Belohnung“ zu gönnen. Auch die Bewegung an frischer Luft kann maßgeblich zur Überwindung der Depression beitragen. Sport zu treiben und auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung zu setzen, kann gleichwohl helfen, dem „Tal der Tränen“ dauerhaft zu entfliehen. Für den Fall, dass allerdings keine Energiereserven mehr vorhanden sind, um überhaupt aktiv eine „Selbstheilung“ in Angriff zu nehmen, weil die Depressionen so stark sind, helfen individuell auf das Leiden zugeschnittene Psychopharmaka in Verbindung mit einer effizienten, psychotherapeutischen Behandlung.

Was hilft wirklich gegen Depressionen?

Das Leben aus der Sicht eines depressiven Menschen erscheint oft trüb und aussichtslos. Es wird in der Regel aber nicht bedacht, dass eine Depression keineswegs ein Beweis dafür sein muss, dass tatsächlich alles aussichtslos ist. Vielmehr kommt es einzig und allein auf die Sichtweise des Einzelnen an. Die eigenen Gedanken kreisen um etwas, das zwar hoffnungslos erscheint, aber von außenstehenden Personen durchaus als vielversprechend bewertet würde. Insbesondere die negative Bewertung bestimmter Situationen ist es also, die das Leben aus der Sicht der depressiven Person so sinnlos erscheinen lässt. Eine Selbsthilfegruppe kann helfen, die individuelle Betrachtungsweise positiver zu gestalten. Im Zuge dessen kann im Gespräch mit anderen Betroffenen bzw. mit einem Therapeuten erarbeitet werden, ob die als aussichtslos bewertete Lage tatsächlich so „düster“ ist. Fragen zur individuell empfundenen Hoffnungslosigkeit können dabei ebenso erörtert werden, wie die Aspekte zur jeweiligen Verhaltensweise in bestimmten Situationen.

Generell können leichtere bis mittelschwere Depressionen durchaus „auf eigene Faust“ gemildert oder gar gänzlich geheilt werden. Für eine bessere Stimmung sorgen in erster Linie ausgiebige Spaziergänge an frischer Luft oder Sportarten, die draußen durchgeführt werden können. Jogging, Walking, Inline-Skating und viele andere (Trend-)Sportarten bieten sich hierfür geradezu an. Wissenschaftliche Studien zeigen auf, wie wertvoll Bewegung an frischer Luft ist, um Depressionen aus eigener Kraft zu lindern oder zu heilen. Allerdings kommt es dabei keineswegs auf die Intensität der Übungen an, sondern vielmehr auf die Kontinuität. Zwei bis drei Mal pro Woche sollte man sich dementsprechend für einen dreißig minütigen „Sportausflug“ die Zeit nehmen. Gerade die Energie der Sonne sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden. Denn Sonnenlicht sorgt für gute Laune und trägt in Verbindung mit körperlicher Betätigung dazu bei, dem emotionalen „Tief“ zu entkommen.

Üblicherweise quält man sich bei Depressionen mit Selbstzweifeln und Vorwürfen und stellt sich außerdem stets denselben negativen Fragen. Sicherlich ein schwerer Schritt, aber das „Umlenken“ der Gedanken auf positivere, motivierende Elemente kann helfen, die Depressionen zu lindern. Nicht die Frage nach dem „Warum“ sollte also im Vordergrund stehen, sondern Fragen nach dem „Wie“, „Was“ und dem „Wer“. Wer sich ununterbrochen mit dem Gedanken befasst, warum dies oder jenes passieren musste, kommt wohl nur schwerlich voran. Wenn es aber gelingt, nachzufragen, „Wer“ „wie“ und „womit“ helfen kann, um aus dieser oder jener Situation herauszukommen, geht einen ersten, sehr entscheidenden Schritt in die richtige Richtung.

Im Unterschied zur den Depressionen, die durch negativ erscheinende Einflüsse entstehen können (zum Beispiel Trauer, Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Trennung), ist die manische Depression hingegen häufig allein mithilfe einer Psychotherapie in Kombination mit entsprechenden Medikamenten (MAO-Hemmer, pflanzliche Antidepressiva et cetera) heilbar.