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Das prämenstruelle Syndrom und die prämenstruelle Depression

Die meisten Männer verstehen Frauen nicht, wenn sie am sogenannten prämenstruellen Syndrom oder kurz PMS leiden. Hierunter versteht man die mitunter heftigen Stimmungsschwankungen, die Frauen oftmals kurz vor dem Eintreten ihrer Periode haben. Frauen die an PMS leiden fühlen sich meist traurig, hoffnungslos oder sogar wertlos. Viele Frauen leiden dann zudem oftmals an unbegründeten Ängsten. Sie weinen häufiger und reagieren nicht wie sie es für gewöhnlich tun. Häufig reagieren sie zu Zeiten der PMS über und das auch schon bei Kleinigkeiten. Die Betroffene leidet darunter zusätzlich, weil sie sich schuldig fühlt.

Bei vielen Frauen ist das prämenstruelle Syndrom so stark ausgeprägt, dass sie den Alltag in diesem Zeitraum nicht wie gewohnt bewerkstelligen können. In diesem Fall spricht man von der prämenstruellen Depression oder PDS. Die Beschwerden lassen einige Tage, nachdem die Periode eingesetzt hat, nach, oder verschwinden gänzlich.

Frauen, die an PDS leiden oder sich durch die PMS stark eingeschränkt fühlen, sollten zwingend einen Arzt aufsuchen. Denn auch die Freunde und die Familienangehörigen spüren die Auswirkungen, sodass es häufig zu Streit kommt.

Woran erkennt man eine prämenstruelle Depression?
Die PDS drückt sich meist in starken Stimmungsschwankungen und Heißhunger aus. Betroffene Frauen leiden zu diesem Zeitpunkt meistens unter Schlafstörungen, sind lustlos und haben zu nichts mehr Lust. Sie sind niedergeschlagen, oft ängstlich und angespannt und sehr leicht reizbar. Hinzu kommen meist auch noch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Völlegefühl, Brustschmerzen und ähnliche Symptome.

Viele Männer wissen nicht, dass es sich in diesem Fall um eine Depression handelt, sondern glauben, dass die Frauen einfach nur wehleidig sind. Untersuchungen zu Folge leiden etwa 80 Prozent aller Frauen unter mindestens zwei der genannten Symptome. 20 Prozent aller Frauen sind so stark betroffen, dass sie Hilfe benötigen und diese auch in Anspruch nehmen. 5 bis 10 Prozent aller Frauen leiden so stark, dass sowohl das Privatleben als auch das Berufsleben darunter leidet. Da die Beschwerden aber nach wenigen Tagen wieder verschwinden, werden sie oft nicht ernst genommen und schon gar nicht als Depression anerkannt.

Wodurch entsteht die prämenstruelle Depression?
Warum oder wodurch diese Form der Depression auftritt ist bisher noch ungeklärt. Es wäre möglich, das die Hormone Östrogen und Progesteron die vorübergehende Depression hervorruft, was jedoch nicht geklärt ist. Die Symptome der PDS können auftreten, wenn die Hormonwerte ansteigen, aber auch, wenn sie abfallen. Die Gabe von Hormonen ruft jedoch keine Verbesserung hervor. Bei vielen Frauen verstärken sich die Beschwerden dadurch sogar. Es ist davon auszugehen, dass die Bildung von Serotonin sich auf die Sexualhormone der Frau auswirkt. Frauen, die ständig unter PDS leiden, haben kurz vor der Periode einen sehr niedrigen Serotoninspiegel. In diesem Fall können Serotonin-Wiederaufnahmehemmer helfen. Frauen, die unter PDS leiden, neigen jedoch nicht grundsätzlich dazu, an einer psychischen Krankheit wie Depressionen zu erkranken.